200 Jahre altes Biologierätsel endlich gelöst

Forscher verwendeten fast eine halbe Million Fossilien, um ein 200 Jahre altes wissenschaftliches Rätsel zu lösen: Warum

Die meisten verschiedenen Arten kommen in der Nähe des Äquators vor und nehmen in Richtung der Polarregionen ab. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Bisher begrenzte fossile DatenWissenschaftler daran gehindert, sorgfältig zu untersuchen, wie der Gradient der Diversität zustande kam. Biologen der Universitäten Oxford, Leeds und Bristol verwendeten planktonische Foraminiferen und analysierten 434.113 Aufzeichnungen in der globalen Fossildatenbank. Sie decken die letzten 40 Monate ab. Anschließend untersuchten sie die Beziehung zwischen der Anzahl der Arten über Zeit und Raum und potenzielle Treiber des Gradienten der Breitengradvielfalt, wie z. B. Meerestemperatur und Salzgehalt.

Moderner Breitendiversitätsgradientmanifestierte sich erstmals vor etwa 34 Millionen Jahren, als sich das Klima auf der Erde von wärmer zu kälter zu ändern begann. Es war bis vor 15–10 Millionen Jahren oberflächlich. Dies fällt mit einer Zunahme der globalen Abkühlung zusammen.

Bild von planktonischen Foraminiferen (unten rechts), umgeben von dünnen Zytoplasmasträngen, unter einem Lichtmikroskop. 
Dieses lebende Exemplar wurde kürzlich an Bord des Kreuzfahrtschiffes GLOW aus den Gewässern des südwestlichen Indischen Ozeans geborgen.
Bildcredit und Bildrechte: Tracey Aze, University of Leeds

Also der Höhepunkt der Fülle an planktonischen Foraminiferentrat vor 40–20 Millionen Jahren in höheren Breiten auf. Allerdings hat er sich vor etwa 18 Ma zwischen 10° und 20° Breite verschoben, was mit dem heute beobachteten Diversitätsmuster übereinstimmt. Es gab eine starke Beziehung zwischen Artenreichtum und Meeresoberflächentemperatur – das Leben entwickelte sich in wärmeren Klimazonen leichter.

Laut Wissenschaftlern die Ergebnisse der Studieweisen darauf hin, dass die derzeitige Verteilung des Artenreichtums planktonischer Foraminiferen durch eine Zunahme des Breitentemperaturgradienten vom Äquator zu den Polen in den letzten 15 Ma erklärt werden kann.

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Auf dem Cover:Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme der Schale der planktonischen Foraminiferenart Globigerinella adamsi. Die Probe wurde an Bord des Kreuzfahrtschiffes GLOW aus Meeresbodensedimenten im südwestlichen Indischen Ozean gesammelt.
Bildcredit und Bildrechte: Tracey Aze, University of Leeds