7.000 Jahre altes Massengrab von Enthaupteten in der Slowakei gefunden

Wissenschaftlern der Universität Kiel und des Archäologischen Instituts der Slowakischen Akademie der Wissenschaften ist etwas Ungewöhnliches gelungen

Öffnung.Sie fanden die Überreste von 38 Menschen, die in einem Graben rund um die antike Siedlung begraben waren. Alle Skelette sind gut erhalten und allen bis auf eines (dem eines kleinen Kindes) fehlen Köpfe. 

Die Lage der bei den Ausgrabungen gefundenen Skelette. Bild: dr. Till Kühl, Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie/Universität Kiel

Die Überreste lagen verstreut auf einer Fläche von etwa 15 m².Die Körper liegen übereinander, einige auf der Seite, andere auf dem Rücken, mit in verschiedene Richtungen ausgestreckten Armen und Beinen. Die Positionen, an denen die Leichen gefunden wurden, deuten darauf hin, dass sie nicht versuchten, sie zu begraben, sondern sie einfach in einen Graben warfen, stellen Wissenschaftler fest. 

Die Frage nach dem Was können Archäologen noch nicht beantwortenWas an diesem Ort geschah und warum die kopflosen Leichen in einem gemeinsamen „Massengrab“ begraben wurden. Vorläufige Erkenntnisse aus der Forschung, die nächstes Jahr fortgesetzt wird, deuten darauf hin, dass einige der Skelette früher begraben und dann in der Mitte des Grabens abgeladen wurden, um Platz für weitere Leichen zu schaffen. 

Zwei von 37 kopflosen Skeletten. Bild: dr. Till Kühl, Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie/Universität Kiel

Einige der Skelette haben den ersten Hals erhaltenWirbel, was auf eine vorsichtige Entfernung des Kopfes hindeutet und nicht auf eine gewaltsame und rücksichtslose Enthauptung, fügen die Teilnehmer der Ausgrabung hinzu. Forscher erwägen verschiedene Versionen möglicher Ereignisse. Dies können Menschenopfer sein, die mit religiösen oder magischen Traditionen verbunden sind, oder ein militärischer Konflikt zwischen verschiedenen ländlichen Gemeinschaften oder Familien derselben Siedlung.

Vor Ort wurden historische Funde gemachtBefestigungsanlagen von Vráble-Welke-Lehemby. Es handelt sich um eine neolithische Siedlung, die etwa von 5250 bis 4950 v. Chr. existierte. auf dem Gebiet der modernen Slowakei. Mithilfe geomagnetischer Messungen identifizierten Archäologen 313 Häuser in drei verschiedenen Dörfern. Gleichzeitig waren mindestens 80 Häuser gleichzeitig bewohnt – das ist für die damalige Zeit eine außergewöhnlich dichte Bevölkerung. 

Rekonstruiertes Erscheinungsbild der Siedlung Vrable-Velke-Lehemby. Bild: Karin Winter, Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie/Universität Kiel

Die südwestliche Siedlung war von einem doppelten Graben umgebenetwa 1,3 km lang. Die Forscher glauben, dass eine weitere Untersuchung sowohl der Siedlungen selbst als auch der Überreste der Menschen durch osteologische Studien, DNA-Analysen, Radiokohlenstoffdatierungen und stabile Isotopenanalysen dazu beitragen wird, aufzudecken, was vor etwa 7.000 Jahren wirklich geschah.

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Auf dem Umschlag: Ausgrabungen der Siedlung Vrable-Velke-Lehemby. Bild: dr. Martin Furholt, Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie/Universität Kiel