Ein internationales Wissenschaftlerteam untersuchte mehrere in Bernstein eingefrorene Eidechsenkadaver, um herauszufinden, was passiert
Wenn ein Wesen in der Natur stirbt, im VerfallAn den Kadavern waren viele verschiedene Organismen beteiligt, erklären Wissenschaftler. Die Analyse der komplexen Abfolge von fressenden Insekten und Larven, die sich in verschiedenen Stadien von einem toten Organismus ernähren, wird beispielsweise in der Forensik zur Bestimmung des Todeszeitpunkts verwendet.
In einer neuen Studie untersuchten Wissenschaftler drei KadaverEidechsen, die in Harz gefangen und in Bernstein eingefroren sind, zusammen mit fressenden Insekten in einem frühen Stadium der Zersetzung. Zusammen mit den Kadavern von Eidechsen, eingeschlossen in eine Harzschicht, fanden die Forscher eine große Anzahl von Totenfliegen aus den Familien Phoridae (Buckelwal) und Empidoidea.
Rekonstruiertes Erscheinungsbild einer Eidechse (oben) undFoto von Bernstein (unten). Der hervorstehende Bereich, angedeutet durch die Pfeile, verbreitete offenbar Aasgeruch und lockte Insekten an. Bild: Monica M. Solórzano‑Kraemer et al., Scientific Reports
Unter den untersuchten Bernsteinfossilienein etwa 5 cm langes Exemplar wird herausgegriffen, das eine Eidechse der heute ausgestorbenen Art Oculudentavis naga enthält. Diese Formation enthält 13 Harzschichten und über 130 tierische und pflanzliche Einschlüsse. Die Besonderheit liegt darin, dass die Schicht, in der die Eidechse eingeschlossen ist, aus dem Harz herausragt, den Fäulnisgeruch verbreitet und Insekten anzieht.
Zahlreiche Beweise belegen dasVerschiedene Fliegenfamilien fungieren immer noch als typische Zerstörer und besuchen die Kadaver von Eidechsen in einem frühen Stadium der Zersetzung, aber auch Ameisen, sagen die Wissenschaftler. Aber in allen untersuchten Bernsteinproben fehlen diese Insekten.
Heute spielen Ameisen eine Schlüsselrolle bei der Entfernungfielen in den Regenwald - einfach wegen ihrer enormen Masse. Die Tatsache, dass sie in dem von uns untersuchten Bernstein vollständig fehlen, deutet darauf hin, dass das Anpirschen und Zersetzen von Aas damals noch nicht Teil ihrer Nahrungsstrategie war. Anscheinend haben Ameisen diese Fähigkeiten erst in jüngerer Zeit entwickelt.
Monika Solorzano-Kremer, Forschungsleiterin des Senckenberg Forschungsinstituts
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