Ein Team von Wissenschaftlern der Universitäten Brown und Oakland präsentierte die Ergebnisse einer Studie über den bedeckten Ozean
Bisher glaubte man, dass Meereis,das den südlichen Ozean bedeckt, blockiert das gesamte Licht und lässt es nicht ins Wasser. Dadurch soll dort das Wachstum von Phytoplankton verhindert werden – winzige Algen, die die Grundlage aquatischer Nahrungsnetze bilden. Dennoch haben zahlreiche Beobachtungen das Auftreten von Algen festgestellt, die zu blühen beginnen, sobald der Ozean vom Eis befreit ist.
Wissenschaftler haben vermutet, dass die Blüte tatsächlich erfolgtbeginnt früher und findet unter dem Eis statt. Um die Hypothese zu testen, verwendeten sie Daten, die mit schwimmenden BGC-Argo-Bojen gesammelt wurden. Wissenschaftler sammelten Beobachtungen von 51 Schwimmkörpern, die zwischen 2014 und 2021 2.197 Tauchgänge unter dem Eis machten.
Schwimmer werden von Forschungsschiffen abgeworfenüber Bord und für unabhängige biogeochemische Probenahmen zurückgelassen. In ihrer Arbeit verwendeten die Wissenschaftler Daten zum Chlorophyllgehalt und zum Grad der Lichtstreuung. Phytoplankton streut Licht proportional zu seiner Größe und Konzentration.
Die Forscher fanden heraus, dass 88 % der Probenunter dem Eis verzeichnete man ein Phytoplanktonwachstum, bevor sich das Meereis zurückzog, und 26 % zeigten Hinweise auf subglaziale Blüten. Forscher stellen fest, dass das Vorhandensein von Phytoplankton unter dem Eis die Vorstellungen über das gesamte Ökosystem verändert.
Höhere trophische Ebenen wandern dorthin, wo Nahrung verfügbar ist, und wenn es unter Eis liegt, kann erwartet werden, dass das gesamte Nahrungsnetz folgt.
Christopher Horvat, Forschungsleiter
Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um zu verstehen, wie diese verborgenen Ökosysteme funktionieren und ob Phytoplanktonblüten Raubtiere und Beute unter dem Eis anziehen.
Weiter lesen:
Die Haupttheorie des Ursprungs des Menschen wurde widerlegt: Woher kommen wir?
Weltweit erste Stuhltransplantationspille in Australien zugelassen
Erste „Küche“ der Welt entdeckt: Fisch wurde dort vor 780.000 Jahren gebraten
Titelbild: Phytoplankton, das im Ozean blüht, in einem Satellitenbild