China wurde im Mittelalter „verdächtigt“, die Pest zu verbreiten

Es wurde angenommen, dass schwarze Ratten oder Schiffsratten (lat. Rattus rattus) zur Ausbreitung des Schwarzen Todes beitrugen. Aber

Eine neue Studie zeigt, dass dies nicht ganz stimmt.

In einigen Teilen der Welt das Bakterium, das die Pest verursachtYersinia pestis wird seit langem bei wildlebenden Nagetieren und deren Flöhen gefunden. Sie werden tierische „Reservoirs“ genannt. Die Pest beginnt normalerweise bei Nagetieren und breitet sich manchmal auf den Menschen aus. In Europa gab es möglicherweise einst Tier-„Reservoirs“, die Pestpandemien verursachten. Es kam aber auch aus Asien auf den Kontinent. Wissenschaftler diskutieren, welches dieser Szenarien richtig ist. Die Autoren der neuen Studie boten ihre eigene Version an.

Laut einem in „Proceedings“ veröffentlichten ArtikelLaut der National Academy of Sciences sollten die Umweltbedingungen in Europa verhindern, dass die Pest in dauerhaften, langfristigen „Reservoirs“ überlebt. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Krankheit durch asiatische „Reservoirs“ wieder eingeschleppt wurde und die europäischen so lange nicht existierten.

Wissenschaftler haben die Eigenschaften des Bodens untersucht,klimatische Bedingungen, Geländearten und Nagetierarten. All dies beeinflusst, ob die Pest in verschiedenen Umgebungen „überleben“ kann. Beispielsweise begünstigen hohe Konzentrationen an Kupfer, Eisen und Magnesium, ungewöhnlich hohe pH-Werte des Bodens und niedrige Temperaturen, große Höhen und geringere Niederschläge die Entwicklung stabiler Reservoire.

Alle oben genannten Bedingungen entsprechen Chinaund im Westen der Vereinigten Staaten zu dieser Zeit und eignen sich für das Überleben persistierender Yersinia pestis bei wilden Nagetieren. Gleichzeitig zeigte die Analyse, dass die Wahrscheinlichkeit der Existenz jahrhundertealter „Reservoirs“ der Pest im Jahr 1348 bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts viel geringer war als bisher angenommen.

In Zentralasien langfristig und nachhaltig„Reservoirs“ gibt es schon seit Tausenden von Jahren. Untersuchungen an alter DNA und antiken Dokumenten haben gezeigt, dass die Pest, sobald sie Europa erreichte, anscheinend nur kurz- oder mittelfristige „Reservoirs“ geschaffen hat.

Die Autoren der Studie werfen eine wichtige Frage aufob die Beulenpest von sesshaften Nagetieren übertragen wurde, obwohl sie sich stattdessen viel effizienter direkt von Mensch zu Mensch hätte verbreiten können. Wissenschaftler haben vermutet, dass dies auf Ektoparasiten (Flöhe und möglicherweise Läuse) oder auf menschliche Atemwege und Berührungen zurückzuführen ist.

Zuvor hatte eine Gruppe von Forschern aus Deutschland und Großbritannien in Gräbern in Zentralasien die DNA des Pestbakteriums Yersinia pestis entdeckt, das den Schwarzen Tod verursachte.

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