Amerikanische Ingenieure haben einen Mikroreaktor für ein Kernkraftwerk entwickelt, in dem alle gefährlichen Abfälle gelagert werden
Kernelemente können Wärme abstrahlen bzwradioaktive Strahlung für Hunderttausende von Jahren, während sie langsam abkühlen. Deshalb sind sie so gefährlich, dass in herkömmlichen Kernreaktoren ständig ein Wasserstrahl durch die Stäbe fließt, der sie vor Überhitzung schützt. Das Stoppen des Kühlsystems kann jedoch zu einer Störung des Reaktors und einer Explosion führen, ähnlich wie in Tschernobyl.
Im neuen System werden alle Abfälle eingelagertgeschmolzenes Salz. Es hat einen extrem hohen Schmelzpunkt von rund 550 °C, erklären die Wissenschaftler. In einer solchen Umgebung kühlen radioaktive Elemente sehr schnell ab. Gleichzeitig wird, sobald das Salz kristallisiert, die Strahlungswärme absorbiert, was das Risiko einer Kernkraftwerks-GAU zunichte macht.
Professor Matthew Memmott arbeitet im Labor an Technologien zur sicheren Erzeugung von Atomstrom. Bild: BYU
Ein weiterer Vorteil des Reaktordesigns zGeschmolzenes Salz ist, dass es gefährlichen Atommüll eliminieren kann. Die Reaktionsprodukte sind im Salz enthalten und müssen nicht anderweitig gelagert werden. Außerdem sind viele dieser Produkte wertvoll und können vom Salz getrennt und verkauft werden.
Beispielsweise kann Molybdän-99 aus Salz gewonnen werdenist ein teures Element, das bei medizinischen Bildgebungs- und Scanverfahren verwendet wird. Außerdem reichern sich während des Betriebs des Reaktors Kobalt-60, Gold, Platin, Neodym und viele andere Elemente im Abfall an.
Ein typisches Kernkraftwerk besetztriesige Flächen, von denen die meisten zur Reduzierung des Strahlenrisikos benötigt werden. Der von Wissenschaftlern geschaffene Reaktor kann auf einer Fläche von 1,2 m x 2,1 m aufgestellt werden, während er ausreichen wird, um etwa tausend Haushalte mit Strom zu versorgen.
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