Beobachtung der Galaxie mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA)
Wenn sich Galaxien durch das Universum bewegen, manchmal sieanderen gegenüberstehen. Wenn dies geschieht, zieht die Schwerkraft der einen die andere an. Dabei stoßen sie Gas und Sterne aus und hinterlassen Materialströme. Sie sind als Gezeitenschwänze bekannt.
Genau das ist mit SDSS J1448+1010 passiert, aberein bisschen anders. Eine gewaltige Galaxie, die geboren wurde, als das Universum etwa halb so alt war wie heute, hat seine Verschmelzung mit einer anderen fast abgeschlossen. Während der Studie entdeckten Wissenschaftler Gezeitenschwänze, die etwa die Hälfte des kalten Sternentstehungsgases des gesamten Systems enthalten. Als Ergebnis entdeckten Astronomen Material, das gewaltsam herausgeschleudert wurde und das 10-Milliarden-fache der Masse der Sonne ist. Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Fusion zum Ende der Sternentstehung und zu ihrem Tod führte. Damit hatten die Astronomen nicht gerechnet.
Die Farben Blau und Weiß sind HST-Daten und die Farben Rot und Orange sind ALMA-Daten. Das Foto zeigt die Verteilung von Gas und Sternen während des kosmischen „Tauziehens“.
Foto: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), J. Spilker et al (Texas A&M), S. Dagnello (NRAO/AUI/NSF)
Bisher haben Wissenschaftler nur eine Beobachtung gemacht.Daher ist noch nicht klar, wie weit verbreitet dieses kosmische „Tauziehen“ im Universum ist. Es ist auch unklar, wie dieser Prozess dazu führt, dass keine Sterne mehr in Galaxien geboren werden.
Die neue Entdeckung stellt jedoch lang gehegte Theorien darüber in Frage, wie genau die Sternentstehung aufhört und Galaxien sterben. Jetzt stehen Wissenschaftler vor einer neuen Herausforderung – weitere Beispiele im Universum zu finden.
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Titelbild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), S. Dagnello (NRAO/AUI/NSF)