Ein Molekül gefunden, das die Zellen des Immunsystems lähmt

Pseudomonas aeruginosa-Bakterien sind antibiotikaresistente Krankenhauskeime, die eindringen

durch Wunden in das Blut, die Lunge und andere Gewebe gelangenund lebensbedrohliche Infektionen verursachen. In einem gemeinsamen Projekt haben Forscher der Universitäten Freiburg und Straßburg in Frankreich einen Mechanismus entdeckt, der P. aeruginosa-Infektionen wahrscheinlich so gefährlich macht. Wissenschaftler schlagen vor, diese Daten für zukünftige Behandlungen zu nutzen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift EMBO Reports veröffentlicht.

Viele Bakterienarten nutzen Lektine.Zuckerbindende Moleküle – um sich an Wirtszellen anzuheften und in sie einzudringen. Aber ihre anderen Funktionen sind praktisch unerforscht. Jetzt haben Biologen die Auswirkungen des LecB-Lektins aus P. aeruginosa auf das Immunsystem untersucht.

Es stellte sich heraus, dass isoliertes LecB dies kannImmunzellen sind wirkungslos. Sie können beispielsweise nicht mehr durch den Körper wandern und eine Immunantwort auslösen. Die Verabreichung eines gegen LecB gerichteten Wirkstoffs verhinderte diesen Effekt und führte dazu, dass sich die Immunzellen wieder frei bewegen konnten.

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Auf dem Cover:Menschliche Endothelzellen nutzen die Moleküle Cadherin (grün) und Aktin (lila), um eine flexible Barriere um Blutgefäße zu bilden. Nach der Zugabe von isoliertem LecB ändert sich deren Lokalisierung in der Zelle deutlich: In der rechten Bildhälfte befindet sich Cadherin nicht mehr außerhalb der Zelle, sondern in der Nähe des Zellkerns (blau). Bildnachweis: Yubin Guo/Universitäten Freiburg und Straßburg