Die Hälfte der Schildkröten und Krokodile könnte bald verschwinden

Ein internationales Wissenschaftlerteam bündelte Daten von mehr als 900 Experten, die an der Untersuchung einzelner Personen beteiligt waren

Arten von Reptilien.Die Studie ergab, dass 1.829 der 10.196 bekannten Reptilienarten vom Aussterben bedroht sind. Das sind etwa 21 %. Gleichzeitig sind Schildkröten und Krokodile am stärksten bedroht, wie Wissenschaftler in ihrer in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Arbeit feststellen. Für diese beiden Kategorien ist, wie auch für die Amphibien, das Risiko des Aussterbens am höchsten.

Forscher glauben, dass der HauptgrundAussterben war die zunehmende Zerstörung des Lebensraums dieser Tiere. Reptilien werden von den gleichen Hauptfaktoren bedroht, die anderen Tetrapoden schaden, sagen die Autoren der Arbeit - Landwirtschaft, Holzeinschlag, Stadtentwicklung und andere menschliche Eingriffe. Gleichzeitig ist nicht ganz klar, wie sich der Klimawandel auf diese Tiere auswirkt.

„Das müssen wir anders sehenpotenzielle Gefahren, weil bestimmte Reptiliengruppen stärker gefährdet sind, sagt Philipp Wagner, Kurator für Forschung und Naturschutz am Allwetterzoo in Münster, Mitautor der Studie. „Die Studie zeigt, dass 58 % aller Schildkrötenarten und 50 % aller Krokodilarten vom Aussterben bedroht sind – nicht in erster Linie wegen des Verlusts ihres Lebensraums, sondern wegen illegaler Jagd und Handel.“

Verbreitung bedrohter Reptilienarten. Quelle: Neil Cox et al., Natur

Wissenschaftler stellen fest, dass für fast 1,5 Tausend Arten(knapp 15 %) liegen derzeit keine Daten vor, die einen Rückschluss auf potenzielle Bedrohungen zulassen. Da es sich meist um Arten mit geringem Verbreitungsgebiet handelt, gehen Forscher davon aus, dass die meisten von ihnen auch gefährdet sind. Dies bedeutet, dass die realen Risiken möglicherweise noch schwerwiegender sind als in dem Papier vorhergesagt.

„Leider kann davon ausgegangen werden, dass die Schätzungenin der Studie gemachten sind im Allgemeinen sehr konservativ. Das heißt, das Ausmaß der Bedrohung für viele Arten wird unterschätzt. Oft merkt man erst zu spät, wie schlecht es vielen Arten, insbesondere Reptilien, geht“, sagt Johannes Penner, Co-Autor der Studie von der Universität Freiburg und Kurator für Forschung und Zoologie bei Frogs and Friends.

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