Ein Team von Wissenschaftlern untersucht das Potenzial der nicht-invasiven Lasertherapie zur Verbesserung der kognitiven Funktion.
Was ist transkranielle Photobiomodulation?
Transkranielle PhotobiomodulationTranskranielle Photobiomodulation (tPBM) ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem naheinfrarotes Licht (850 Nanometer) auf das Vorderhirn angewendet wird. Mit einfachen Worten: Eine spezielle Installation sendet Photonen mithilfe eines Lasers unter Umgehung des Schädels zum Gehirn. Ziel ist es, Veränderungen in der Gehirnaktivität herbeizuführen.
Wurde diese Methode schon einmal verwendet?
In früheren Studien haben Wissenschaftlertesteten, wie tPBM verschiedene Aspekte der Gehirnfunktion verbessern würde. Beispielsweise bei der zerebralen Oxygenierung (Sättigung des Gehirns mit Sauerstoff). Biologen untersuchen auch, wie sich die Methode zur Behandlung von Hirnerkrankungen wie Parkinson und Alzheimer einsetzen lässt. Und derzeit werden klinische Studien durchgeführt, die die Auswirkungen von Nahinfrarotlicht auf Autismus-Spektrum-Störungen untersuchen.
Wie war der Versuch?
Frühere Studien haben gezeigt, dass tPBMhilft, das Gedächtnis bei Mäusen zu verbessern, aber diese Zusammenhänge müssen beim Menschen noch untersucht werden. Genau das haben Wissenschaftler der Universitäten Birmingham und China Normal getan. Sie rekrutierten 90 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren und wendeten eine Laserlichttherapie auf den rechten präfrontalen Kortex an.
Abbildung des Gehirns. Foto: de.freepik.com
Diese Region des Gehirns spielt eine wichtige Rolle inKurzzeitgedächtnis. Die Wissenschaftler wollten verstehen, wie sich tPBM darauf auswirkt. Dazu setzten die Wissenschaftler die Gehirne einiger Patienten Laserlicht mit einer Wellenlänge von 1.064 Nanometern und einigen kürzeren Wellenlängen aus.
Es gab auch eine dritte Gruppe von Probanden, die„bestrahlte“ den linken präfrontalen Kortex. Alle Probanden erhielten außerdem eine Schein-Lasertherapie, um den Placebo-Effekt zu beseitigen. Während aller Experimente überwachten die Wissenschaftler die Gehirnaktivität der Probanden mithilfe eines Elektroenzephalogramms (EEG).
Was hat das Experiment gezeigt?
Nach 12 Minuten tPBM-Behandlung traten die Probanden anGedächtnisaufgaben. Sie wurden gebeten, sich die Ausrichtung oder Farben mehrerer Elemente auf einem Bildschirm zu merken. Diejenigen, die eine 1.064-nm-Lasertherapie erhielten, hatten eine bessere Gedächtnisleistung und erinnerten sich an durchschnittlich 2,1 Elemente. Und diejenigen Probanden, die andere Behandlungsformen erhielten, erinnerten sich im Durchschnitt an 1,9 Objekte.
Abbildung des Gehirns. Foto: de.freepik.com
Insgesamt zeigte das Kontroll-EEG Veränderungen, die mit einer Gedächtnisverbesserung vereinbar waren.
Wer kann von Lichttherapie profitieren?
Wie Wissenschaftler erklären, Menschen mit diesen Bedingungen,wie ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) oder andere aufmerksamkeitsbezogene Zustände, wird sich tPBM als nützlich erweisen. Sein Vorteil ist, dass es sicher, einfach und nicht-invasiv ist. Es hat auch keine Nebenwirkungen.
Was weiter?
Obwohl die Ergebnisse der Studie ermutigend und nützlich für die klinische Anwendung von tPBM in der Zukunft sind, bleibt noch viel zu tun. Sie müssen verstehen, warum dieser Effekt aufgetreten ist und wie lange er anhalten kann.
„Weitere Forschung ist erforderlich, um genau zu seinVerstehen Sie, warum tPBM eine so positive Wirkung hat. Es ist möglich, dass Licht Mitochondrien – „Energiezentren“ – in Nervenzellen im präfrontalen Kortex stimuliert. Dies wirkt sich positiv auf die Leistungsfähigkeit der Zellen aus, erklären Wissenschaftler. — Wir müssen untersuchen, wie lange die Folgen anhalten können. Wenn diese Experimente zu einer klinischen Intervention führen, ist es natürlich notwendig, die langfristigen Folgen vorherzusagen.“
Die Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht.
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