Laut einer neuen Studie sind mehr als ein Drittel der auf einem frühmittelalterlichen Friedhof in Deutschland begrabenen Menschen
Forscher der Universität Kieluntersuchte die DNA und Skelettreste von 70 Menschen. Sie wurden auf einem öffentlichen Friedhof in Lauchheim-Mittelhofen, einer Stadt im heutigen Deutschland, beigesetzt. Alle Hinweise stammen aus der Merowingerzeit (zwischen dem fünften und achten Jahrhundert n. Chr.).
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass mehr als 30 % der Todesfällewaren mit Hepatitis B, Parvovirus B19, Variolavirus und Mycobacterium leprae (einem der beiden Bakterien, die Lepra verursachen) infiziert.
Weitere Studien zeigten, dass in sieben FällenDie Dorfbewohner litten gleichzeitig an einer Kombination aus zwei Krankheiten. Unter den Bestattungen stach besonders ein Skelett hervor: ein junger Mann, der an drei Krankheitserregern litt, darunter Hepatitis B, Parvovirus B19 und M. leprae.
Wissenschaftler haben vorgeschlagen, warum so viele MenschenIn einer kleinen ländlichen Siedlung litt er an verschiedenen Krankheiten. Der Studie zufolge könnten mehrere Faktoren dazu beigetragen haben. Zum Beispiel der Klimawandel während der spätantiken Kleinen Eiszeit (6. und 7. Jahrhundert n. Chr.). Dies führte zu weit verbreiteten Missernten und Hungersnöten.
Eine Phase schlechten Klimas führte zu einer allgemeinen AbschwächungGesundheitswesen. Dadurch gelangte die Infektion aufgrund der erhöhten Krankheitsanfälligkeit vom Tier auf den Menschen und passte sich an diesen als neuen Wirt an. Darüber hinaus verbreiten sich Krankheitserreger weiträumig in neue Populationen. Dies erklärt, wie sich Viren in einer kleinen menschlichen Siedlung ausbreiteten und einige Jahrhunderte später im Mittelalter zu großen Pandemieausbrüchen führten.
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Auf dem Cover: der Schädel eines Jungen, bei dem Hepatitis B, Parvovirus B19 und Mycobacterium leprae festgestellt wurden. Bild mit freundlicher Genehmigung von Isabel Yash-Boli
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