Trias-Reptil-'Entbindungsheim' in der Wüste von Nevada gefunden

US-Forscher haben neue Hinweise auf eine merkwürdige Fossilienfundstelle auf dem Friedhof in Nevada entdeckt.

Dutzende riesiger Meeresreptilien -Ichthyosaurier. Anstatt wie vermutet der Ort eines Massensterbens zu sein, könnte es sich um eine alte Entbindungsstation gehandelt haben, schreiben die Wissenschaftler in einem Artikel, der in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde. 

Die Forscher identifizierten die Fossilien durchmindestens 37 Ichthyosaurier, die über das Gebiet verstreut sind und etwa 230 Millionen Jahre alt sind. Die Knochen wurden in verschiedenen Gesteinsschichten aufbewahrt, daher glauben Wissenschaftler, dass die Kreaturen im Abstand von Hunderttausenden von Jahren gestorben sein könnten und nicht gleichzeitig.

Fossilien eines antiken Raubtiers im Berliner Ichthyosaurierpark. Bild: Berlin-Ichthyosaur State Park

Während einer neuen Studie über die AntikeFossilienpaläontologen entdeckten ein paar winzige Knochen unter den massiven Überresten von Erwachsenen. Die Analyse ergab, dass sie zu Embryonen und Neugeborenen gehören. Wissenschaftler sind sich sicher, dass die Kreaturen zum Schutz während der Geburt in Gruppen an den Ort geschickt wurden, wie moderne Meeresriesen (z. B. Wale). Paläontologen glauben, dass die Fossilien Müttern und Kindern gehörten, die im Laufe der Jahre an diesem Ort starben.

Zusätzliche Unterstützung für diese Hypothese wird bereitgestellt vondie Tatsache, dass die Forscher keine Hinweise auf Vulkanausbrüche oder signifikante Umweltveränderungen fanden, als sie die Materialien, die die Fossilien umgeben, auf chemische Inhaltsstoffe untersuchten. Darüber hinaus zeigte eine geologische Studie, dass die Reptilien ziemlich weit von der Küste entfernt auf dem Meeresboden starben. Diese Ergebnisse widerlegen zwei alternative Theorien – eine massive Katastrophe und das Stranden von Tieren.

Fossilien eines antiken Raubtiers im Berliner Ichthyosaurierpark. Bild: Berlin-Ichthyosaur State Park

Der "Friedhof" der Ichthyosaurier hat schon lange Aufmerksamkeit erregtForscher. Als die Überreste in den 1950er Jahren erstmals in Nevada entdeckt wurden, glaubten viele Paläontologen, dass alle diese Kreaturen gleichzeitig starben. Das Gebiet des Berliner Ichthyosaurus-Parks in Nevada war in der späten Trias-Zeit ein tropisches Meer. In früheren Studien glaubten Wissenschaftler, dass der Klimawandel oder die Zusammensetzung des Meerwassers das Massensterben antiker Reptilien beeinflusst haben könnte. Eine neue Studie weist diese Theorie zurück.

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Titelbild: Pyotr Menshikov, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons