Das Essen von Zoofleisch tötet langsam wilde Bären

Forscher der Washington State University, der Texas A&M University und des Zoos

Memphis untersuchte die Ernährung von Riesenpandas undLippenbären. Die in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlichten Ergebnisse liefern neue Beweise dafür, dass Bären wie Menschen Allesfresser sind und weit weniger Protein benötigen, als normalerweise in Zoos bereitgestellt wird.

In ihrer Arbeit boten Wissenschaftler RiesenPandas zur Auswahl aus kohlenhydratreichen Bambusstielen und -blättern mit hohem Proteingehalt. Es stellte sich heraus, dass Pandas Holzkohlenhydrate den Blättern vorziehen. Zu manchen Zeitpunkten erreichte der Kohlenhydratanteil 98 %. Ähnliche Daten ergaben sich bei der Analyse der Ernährung von Pandas in fünf chinesischen Zoos: Die Tiere bevorzugten eine kohlenhydratreiche und proteinarme Ernährung.

Fütterungsstudie an Lippenbären. Tiere bevorzugten Avocados. Bild: Charles T. Robbins et al., Wissenschaftliche Berichte

Forscher haben ähnliche Ergebnisse mit erzieltUntersuchung der Fütterung von sechs Lippenbären in den Zoos von Cleveland, Little Rock und San Diego. Sie erhielten unbegrenzte Mengen an Avocados, gebackenen Yamswurzeln, Molke und Äpfeln. Sie entschieden sich fast ausschließlich für fettreiche Avocados, aßen ungefähr 88 % Avocados und 12 % Süßkartoffeln – und ignorierten Äpfel vollständig. Dabei zeigte sich, dass Lippenbären eine fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung bevorzugen, die der natürlichen Ernährung von Termiten und Ameisen sowie deren Eiern und Larven ähnelt.

Verteilung der Nahrungspräferenzen verschiedener Bärengruppen. Bild: Charles T. Robbins et al., Wissenschaftliche Berichte

Wissenschaftler stellen fest, dass ein ähnliches BildForscher haben dies zuvor bei der Untersuchung von Eisbären beobachtet. Wenn diese Tiere die Wahl haben, bevorzugen sie eine fettreiche Ernährung gegenüber dem Proteinfutter, mit dem sie traditionell gefüttert werden.

Die Forscher stellen fest, dass eine schlechte Ernährung die Ursache für eine verringerte Lebenserwartung von Tieren in Gefangenschaft und die Entwicklung von Nieren- und Lebererkrankungen sein kann.

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